Einfach so,  Tageskarte

Zweifel

Es ist schon komisch. Da habe ich das, was ich immer wollte, gemacht, nämlich einen Roman schreiben, Bücher herausgeben, Geschichten übersetzen und ein kleines Büchlein über die Raunächte verfassen. Habe also meinen Kindheitstraum, Autorin zu werden, erfüllt und doch sind da wieder Zweifel, ob es überhaupt noch der richtige Weg für mich ist. Zur Zeit scheine ich ein wenig die Richtung verloren zu haben. Jedenfalls in dem Teil meines Lebens, der das Schreiben betrifft. Der andere Teil, das tanzen durch den Jahreskreis, das Tarot und die Freude an meinen spirituellen Abenteuern sind geblieben. Vielleicht ist der Teil, der das Schreiben betrifft nur eine Phase. Wer weiß. Aber mal ehrlich, was wäre so schlimm, wenn ich nie wieder ein Buch mache?

Das waren meine Gedanken, als ich mich heute Morgen hinsetzte, um meine Tageskarte zu ziehen. Der Prinz der Schwerter kam ein wenig überraschend … obwohl eigentlich nicht! Eine Veränderung der Lebensweise, aber nicht die Zeit übereilte Entscheidungen zu treffen. Also warte ich mal ab, was kommt.

Vielleicht ist es an der Zeit, mal eine kleine Pause zu machen und erst einmal zur Ruhe zu kommen. Die letzten Monate habe ich viel gearbeitet und war gleichzeitig sehr angespannt. Die Unsicherheit mit der Rentenversicherung. Ich hatte meinen Antrag sehr rechtzeitig eingereicht, allerdings kam von deren Seiten eine Verzögerung nach der nächsten. Nachdem ich ein wenig die Contenance verloren und mit Anwalt und Dienstaufsichtsbeschwerde gedroht habe, lief es auf einmal. Also ist die Sorge vom Tisch. Nun noch der Antrag auf Grundsicherung und wenn der durch ist, bin ich beruhigt und kann mich auf mein Rentnerinnen Dasein freuen.

Vielleicht hat meine Unlust mich ans nächste Buch zu machen, aber auch genau da seine Ursache. Ich arbeite extrem viel und verdiene trotzdem nicht genug, um ohne staatliche Unterstützung klarzukommen. Das nervt sehr. Wahrscheinlich bin ich so bedrückt, dass mein Plan, nämlich neben der Rente genug zu verdienen, um ohne Grundsicherung auszukommen, nicht funktioniert hat und es auch nicht wird. Ich glaube, dass ist ein Punkt. Da muss ich mal näher drüber nachdenken.

Mein Name ist Karin Braun, ich bin Autorin, Herausgeberin, Übersetzerin und Seit über 40 Jahren wandle ich, poetisch gesprochen, auf dem alten Pfad und beschäftige mit mit Druidcraft, Tarot und Raunächten. Dazu schreibe ich und halte auch Vorträge.

4 Kommentare

  • birgit

    ich verstehe dich so gut
    ich bekomme zwar sehr viel mehr rente als du aber für die zeit die ich gearbeitet hab und diese arbeit ist es lächerlich wenig und auch nicht genug sich sorglos zurückzulehnen
    zumal wir jetzt die wohnung oben übernommen haben und ich wie immer panik schiebe wie das finanziell aufgeht
    ja ich würde es sehr bedauern wenn du nicht mehr schreibst – aber ich will auch nix lesen zum preis deiner gesundheit
    pass gut auf dich auf
    umarm

  • Kabra

    Ich weiß ja noch gar nicht, ob ich wirklich aufhalte. Vielleicht ist es nur die momentane Depression, weil ich weiter auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werde. Mal sehen! Alles Liebe

  • Gudrun

    Liebe Karin, ich kann dich gut verstehen, sehr gut. Und so eine Phase habe ich auch hinter mir. Wolfgang gegenüber habe ich es als Ziellosigkeit bezeichnet. Früher habe ich in solchen Situationen eine Ladung holz gehackt oder den Garten umgegraben. Das kann ich nicht mehr. Und wenn das Rheuma tobt, muss ich auch Geplantes absagen. Es hat wieder ein Weilchen gedauert, bis ich raus fand aus der Schlinge. Ich mache es für mich, hab ich mir gesagt. Im Moment traktiere ich mein Spinnrad, weil ich ein besonderes Garn haben will.
    Es wäre schlimm, wenn du nicht mehr schreiben würdest. Ich überlege die ganze Zeit, wie ich dich mit deinem Roman unterstützen kann. Lass es mich zu Ende lesen, denn in mir gärt eine Idee.
    Du hast viel und hart gearbeitet für dein letztes Werk. Ja, du darfst dir eine Pause gönnen, eine in der du da sitzen kannst und den Wolken hinterher siehst. Lass dir Zeit.
    Ich schicke dir Grüße.

    • Kabra

      Danke Gudrun. Eigentlich sollte ich mich daran gewöhnt haben, dass nach der ersten Hybris über das fertige Buch, eine Art postnatale Depression folgt. Aber irgendwie scheine ich es immer zu vergessen. Aber ich lerne ja noch. Ziellosigkeit trifft es ganz gut. Und danke das du mich unterstützen willst. Ich hoffe das Buch gefällt dir. 🙂

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