• Bücher,  Einfach so

    Zu Hause … endlich

    Fast zu sehr, wie wieder mit Viktor vereint zu sein, habe ich mich über mein höchst eigenes Bett gefreut und über den Haufen interessanter Bücher, die während meiner Abwesenheit gelandet sind. Doch dazu später mehr.

    Den Garten habe ich in Hamburg so sehr vermisst. Es gibt kaum etwas Schöneres, als morgens die Terrassentür aufzumachen und eine Runde durch den Garten zu drehen. In Jennis Wohnung gibt es zwar einen Balkon, aber nur ein schmaler Grünstreifen trennt ihren und den nächsten Block. Da ist man den Nachbarn schon sehr nah, ob man will oder nicht. Jedenfalls bin ich nun zu Hause und natürlich vermisse ich auch hier etwas, was ich in Hamburg hatte: Die Kinder. Meine Beiden sind schon toll und ich hoffe sie öfters zu sehen, denn das Deutschlandticket werde ich wohl fürs erste behalten, schon um auch hier ein wenig öfters vor die Tür zu kommen.

    Es hat sich hier einiges an Rezensionsexemplaren angesammelt und auf die werde ich mich gleich stürzen und natürlich aufs Schreiben. Dazu bin ich ja in meiner Funktion als Ersatz-Jenni nicht viel gekommen. Doch erst einmal ausruhen und freuen, dass ich wieder in Kiel bin.

  • Einfach so,  Hamburg

    Endspurt

    Nun sind es nur noch drei Tage, bis ich wieder nach Hause kann. Nach der Anstrengung werde ich wohl erst einmal ausruhen, aber ich bin auch ein wenig traurig. Es waren schöne Wochen mit den Mädchen. Die Beiden sind schon klasse. Das Wochenende haben sie viel Zeit mit ihrem Vater verbracht und Viktor und ich sind noch einmal nach Övelgönne mit dem Bus und von dort mit der Fähre zu den Landungsbrücken.

    Ab Landungsbrücken ging es denn mit der U-Bahn zurück ins Interim-Zuhause. Es war zwar kalt und windig, aber trotzdem schön. Wasser hat immer eine beruhigende Wirkung auf mich und ich muss sagen, dass ich das Deutschlandticket mehr und mehr genieße. Es hat schon was einfach so in und auf Bus, Bahn, Schiff zu hopsen, ohne sich gegangen zu machen, ob man auch die richtige Fahrkarte hat. Das werde ich auch in Kiel öfters machen.

    Wie gesagt, ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus Hamburg weg. Nun ja, es wird ja nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich die Ersatz-Jenni gebe. Aber erst einmal ist wieder Kiel angesagt, mein Bett und mein Schreibtisch. Ich freue mich auf meinen Garten und auf die Projekte die warten und auf Zeit zum Träumen. Letztere hatte ich hier eindeutig nicht.

  • Einfach so,  Hamburg

    Musik und Kuchen

    Der Liebste war nun da und kommt heute noch mal. Ob der desolaten Schlafsituation hier, ist er über Nacht nach Hause gefahren. Es war so schön, dass er die Gitarre mitgebracht und gespielt hat. Das gab gleich so ein herrlich heimisches Gefühl.

    So langsam nimmt er nun schon einige meiner Sachen mit nach Hause und am Mittwoch oder Donnerstag, je nachdem wann Jenni hier aufschlägt, folge ich denn nach.

    Wenn Viktor heute kommt, werden wir uns noch einmal nach Övelgönne aufmachen. Die Gören sind heute bei ihrem Vater eingeladen und so sind wir auf uns gestellt.

    Gestern habe ich es endlich geschafft mich mit Gabriele Haefs zu treffen. Es war ein wenig schwierig einen Termin zu finden und so habe ich mich gefreut, dass es doch noch geklappt hat. Wir hatten uns im Honey Bee an der Grindelallee verabredet. Ein sehr netter Laden, leider entsetzlich laut, wenn es voll ist. Aber Kuchen und Cappucino dort sind exellent. Auf dem Fotos sieht man einen Oreo-Cake.

    Ich wünsche allen einen schönen Sonntag. Ich werde den meinen genießen und dann meine letzten drei Tage Hamburg angehen. Ich habe solche Sehnsucht nach meinem Schreibtisch und danach wieder in Geschichten zu versinken.

  • Druidcraft,  Einfach so,  Hamburg

    Imbolc

    Das zweite Fest im Jahreskreis steht vor der Tür. Imbolc, die Zeit des Werdens. Nach dem langen Winter (und dem noch längeren Januar) beginnt es sich zu regen und das erste Grün wird zaghaft sichtbar. Es ist so eine hoffnungsvolle Zeit. Die Tage werden nun deutlich länger und die Sonne wird stärker.

    Wenn ich zurück in Kiel bin, werde ich mich auch gleich, nachdem ich mich ordentlich ausgeschlafen habe, um den Garten kümmern. Darauf freue ich mich fast so sehr, wie aufs Schreiben, auf mein Bett und Viktor. Gut, der kommt nun erst einmal hierher, aber es ist nicht dasselbe wie zu Hause. Gleichzeitig weiß ich, dass ich die Mädchen total vermissen werde. Am liebsten würde ich Jenni und die Kinder einpacken und mit nach Kiel nehmen. Aber das wird wohl nichts, weil Jenni nun einmal nicht aus Hamburg weg will. Doch ich denke, dass sie Ende Februar kommen werden, um Carlos zu holen. Der dürfte bis dahin seinen Winterschlaf beendet haben und froh sein, wieder in sein Terrarium zu ziehen.

    So, nun aber schnell noch mal Staubsaugen und dann kann Viktor kommen. Die Mädchen haben heute und morgen schulfrei und das haben wir mit einem ausgiebigen, gemeinsamen Frühstück gefeiert.

    Ich wünsche alles ein schönes Imbolc und feine Träume von Sonnentagen.

  • Einfach so,  Hamburg

    Sonntagsrunde und agressive Jogger

    Gestern lag ein deutlicher Hauch von Frühling in der Luft. Die Sonne lockte förmlich. Also habe ich mich an den Isebekkanal, ans Kaiser Friedrich Ufer begeben. Das ist eine schöne Strecke, am Isebekkanal entlang. Feine Motive für die Kamera finden sich dort in Regel auch und zwar zu jeder Jahreszeit. Allerdings ist das fotografieren nicht so einfach, da es dort von äußerst agressiven Joggern wimmelt, die einen durchaus schon mal anrempeln und wütend angucken, weil sie vermutlich davon ausgehen, dass ihnen eine gerade Strecke und ein konstanter Puls von 120 zusteht. Deren Verständnis für Leute, die in Ruhe ein Foto machen oder sich ein wenig mit einem Baum unterhalten wollen, ist quasi nicht vorhanden.

    Vielleicht liegt es ja daran, dass ich eh nicht besonders gerne in Hamburg bin, kann sein, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier alle nur am Rennen und Eilen sind. Wer im Weg steht wird umgepflügt. Überhaupt nehme ich so eine unterschwellige (manchmal auch sehr offene) Agressivität war. Ich mag es halt gerne ein wenig gemächlicher.

    Trotzdem war es eine feine Runde. Allerdings habe ich von Hoheluft aus die U-Bahn zum Interims-Zuhause genommen. Da stand ich eingekeilt zwischen Massen von HSV Fans, die allesamt nach Döner und Bier stanken. Zum Glück musste ich nur drei Stationen fahren.

  • Einfach so,  Hamburg

    Erschöpfung

    Gerade als ich dachte ich komme gut zurecht, kam sie: Die totale Erschöpfung. Schüttelfrost, leichtes Fieber und so müde, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Sofort bei Viktor angerufen, dass der sich bereit macht, eventuell früher zu kommen, falls es schlimmer wird. Wurde es zum Glück nicht, ich konnte mich ein wenig berappeln, aber es hat mir gezeigt, dass eine Grenze erreicht ist und dass ich, wenn ich den Rest der Zeit schaffen will, mehr Erholungspausen brauche.

    In diesem Sinne wollte ich das gute Wetter nutzen und mich noch mal nach Övelgönne begeben und ein wenig an der Elbe lang spazieren. Daraus wurde dann allerdings nichts. Der Bus war heute so überfüllt, dass ich es gelassen habe. Statt dessen bin ich einfach ein wenig um den Block gelaufen. Nicht erhebend, aber besser als gar nichts.

    Nun sind es nicht einmal mehr zwei Wochen bis ich nach Hause fahre und mich wieder ins Wolkenkukusheim verziehen kann. Trotz der Erschöpfung und obwohl ich Hamburg nicht besonders mag, bin ich ein wenig traurig erst einmal von den Mädchen Abschied zu nehmen. Soviel Zeit am Stück habe ich noch nie mit allen Beiden verbracht.

    Ich hoffe so sehr, dass Jenni sich wirklich gut erholen konnte und Ideen für die Zukunft entwickeln konnte. Für mich persönlich ist und bleibt die beste Kur aus allem Ungemach, das Abtauchen in Geschichten. Schreiben und Lesen haben mir immer geholfen ein Gleichgewicht, wenn auch ein fragiles, zu finden.

  • Einfach so,  Hamburg

    Morgengedanken

    Gerade denke ich viel darüber nach, wie es eigentlich nach Hamburg weitergehen soll. Die Zeit hier hat mir vieles klargemacht. Zum Beispiel, dass ich viel mehr Zeit mit meinen Enkelinnen und meiner Tochter verbringen möchte. Allerdings möchte ich nicht nach Hamburg ziehen. Doch ich möchte auch weiterhin schreiben und nach drei Wochen vermisse ich meinen Schreibtisch, habe aber auch eine Alternative gefunden. Es ist ja nicht nur mein Schreibtisch, sondern auch die Nachschlagewerke, die Notizen, die ich handschriftlich gemacht habe. Das habe ich ja nicht alles mitgenommen.

    Während ich vor einer Woche noch glaubte, ich halte es hier nicht mehr länger aus, komme ich mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass es mir sehr gut tut, mich einmal aus meiner Komfortzone zu bewegen. Es ist mir nicht leicht gefallen und ich hatte große Angst, dass ich den Halt verliere und meine mühsam erarbeitete Basis in Gefahr gerät. Doch das ist nicht der Fall. Auch wenn ich erschöpft von dem frühen Aufstehen bin, und die täglichen Routinen anstrengend sind, so hat es auch was Gutes zu erfahren, dass ich es kann. Ein Rückfall in Sachen Alkohol oder Kiff war nicht einmal, auch nur im entferntesten eine Option, allerdings sind das eine oder andere Gummibärchen und einige Chips in meinen gefräßigen Schlund gelandet. Doch die zusätzlichen Kalorien sind, durch die tägliche Jagd nach frischen Lebensmitteln für den kleinen Geldbeutel, schnell wieder verbrannt.

    Es hat sich also wieder einmal gezeigt, dass meine Ängste im Vorwege unberechtigt waren. Aber vielleicht war es gut, dass ich sie hatte, denn ich konnte sie ja überwinden und mich der Aufgabe stellen. Wie die Reaktionen meiner Enkelinnen zeigen, scheine ich auch gar nicht so schlecht im Großmutter-Buisness zu sein.

  • Einfach so

    Gemischte Gefühle

    Als Jenni die Fotos aus meinem Kindheitsalbum in eine Collage verwandelte und über den Esstisch hängte, war ich nicht begeistert. Ehrlich gesagt bin ich es immer noch nicht so richtig … und doch hat es sein Gutes. Ich stelle fest, dass die Mädchen sich die Fotos öfters ansehen und darüber reden. Sie sind der Meinung, dass meine Kindheit so eine Art Bullerbü war. Hühner, Dorfleben und Ostsee, also Happiness pur. Nun, in gewisser Weise war es idyllisch, aber es hatte natürlich auch seine Schattenseiten. Die unterschwellige und manchmal sehr offene Agressivität meiner Mutter, die oft in Gewaltausbrüche umschlug, zum Beipiel. Zur Schule ging ich in erster Linie mit einer gewissen Freude, weil ich dort meine gesellschaftlichen Kontakte am Laufen halten konnte. Autoritäre Lehrer:innen und so weiter, nahm ich mit einem Achselzucken in Kauf. Vor allem weil es mir ohne großen Aufwand gelang mich durchzmogeln. Keine Einserschülerin, aber gerade so Durchschnitt. Aber auch das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Oft genug alleingelassen, um zum Beispiel die Trauer um die geliebte Großmutter zu verarbeiten. Ich will damit meinen Eltern keine böse Absicht unterstellen, sie waren halt auch überfordert, mit diesem Kind, das dauernd in Geschichten abdriftete und sich ihnen nur schwer verständlich machen konnte. Das wiederum führte dazu, dass ich es gar nicht mehr versuchte, sondern mir Wege zurechtwurstelte um klar zu kommen.

    Irgendwann kam dann die Zeit, in der ich die Enge nicht mehr aushielt und nur noch weg wollte. In der ich Vorstellungen von einem Leben zu entwickeln begann, die mit denen in meinem Elternhaus kollidierten. Eine zeitlang habe ich noch versucht, mich anzupassen, doch dann kam es zum totalen Knacks, der bis heute nicht geheilt ist. Meine Mutter hat mir nie verziehen, dass ich nicht das Kind war, das sie verdient zu haben glaubte. Mein Vater hielt sich raus; und ich ging weg. Das lief nicht unbedingt gut. Ich war ruhelos, war mir sicher niemals in dem Beruf arbeiten zu können, den ich mir am meisten wünschte und begann ziemlich massiv zu trinken, was sich durch eine exzentrische Partnerwahl noch verstärkte. Nein, ich bin nicht in eine gute Zeit gegangen und doch bereue ich es im Nachhinein nicht, obwohl mir so einige Verletzungen, die damals entstanden, noch zu schaffen machen. Zwei Vergewaltigungen, diverse Versuche vom Alkohol wegzukommen, sowie zwei gescheitere Ehen, haben ihre Spuren hinterlassen.

    Ende 1999 dann war ich soweit, dass ich mir das Leben nehmen wollte. Dazu kam es nicht auf Grunde eines luziden Traumes, in dem ich eine Person traf, die klar sagte: Es ist noch nicht an der Zeit! Ich glaubte ihr und begann Pläne für ein Weiterleben zu machen. Die waren nicht konkret. Doch als ich eines Tages nach Kiel fuhr, war beim überfahren der Stadtgrenze eine Stimme in mir, die sagte: Hier kannst du glücklich werden! Kurz darauf traf ich mich mit Leuten, denen ich davon erzählte und zwei Tage später hatte ich eine Wohnung und das Jahr 2000 begann für mich in Kiel. Die Stimme hatte recht, ich bin dort glücklich geworden, habe die Liebe meines Lebens getroffen und zu Schreiben angefangen, also nicht nur für die Schublade, sondern mit dem Ziel zu veröffentlichen. Ich bin also angekommen.

    Es war nicht unbedingt ein leichter Weg, doch wozu um den Schnee vom vergangenen Jahr weinen? Sicher das Verhältnis zu meiner Herkunftsfamilie ist immer noch gespannt. Wir sind höflich zueinander, passen aber auf, dass wir uns nicht zu nahe kommen. Das Verhältnis zu meiner Tochter und meinen Enkelinnen hingegen ist eng und voller Liebe, die auch Viktor mit einschließt.

    Ich habe sehr viel wofür ich dankbar bin und so einige Fotos berühren mich mittlerweile positiv. Besonders die von den Ostseeurlauben.

  • Einfach so,  Hamburg

    Winterspaziergang

    Es ist mal wieder Sonntag und so auch Zeit für einen Spaziergang. Also bin ich mit dem Bus bis zum Dammtorbahnhof gefahren und von dort in Hamburgs Botanischen Garten „Planten & Blomen“ gegangen. Es war eine schöne, kalte, wackelige Runde. Wakelig weil die Wege vereist waren. Aber es hat gut getan ein wenig rauszukommen und zu fotografieren.

    Der Japanische Garten mit dem Teehaus, liegt im alten Teil des Parks, wo ich lange nicht war. Eigentlich war ich noch nie im Winter dort. Warum eigentlich nicht? Wahrscheinlich, weil wir sonst immer direkt vom Dammtor durch den Park zur U2 Messehallen gehen und von dort aus zu den Gören fahren. Doch eingedenk meines Mottos für 2024 „Neue Wege gehen“ habe ich heute mal die gewohnten Pfade verlassen. Dank das Deutschlandtickets, kann ich ja gut verschiedene Formen des öffentlichen Nahverkehrs probieren, ohne dass es das Budget zu sehr belastet.

    Einen Farbtupfer im monochromen Landschaftsbilde habe ich denn doch entdeckt. Keine Ahnung was es für ein Gestrüpp ist, aber es erfreute das Auge.

    Nun sind es also noch 18 Tage, die ich in Hamburg bin. Mal sehen was sich noch unternehmen lässt.

  • Einfach so,  Hamburg

    Halbzeit

    2 1/2 Wochen bin ich nun in Hamburg. Also Halbzeit! Leider konnte ich kaum etwas von dem unternehmen, was ich mir vorgenommen hatte. Es ist kalt und unangenehm zu Laufen. Doch macht nicht, ein paar Tage habe ich ja noch und vielleicht lässt sich das eine oder andere noch angehen. Es ist ja auch nicht gerade wenig zu tun. Einkaufen, drei Mahlzeiten auf den Tisch bringen, dafür sorgen, dass die lieben Kleinen ihre Termine pünktlich wahrnehmen und nebenbei noch versuchen zu schreiben. Wobei die Betonung auf versuchen liegt.

    Andererseits macht es mir Spaß dem einem Gör ihre Lieblingsgerichte zu kochen und dem anderen, aus den wenigen das sie darf, interessantes zu kreieren. Die Hühnersuppe ist sehr gelungen. In der Zeit, in der ich komplett fleischlos gelebt habe, habe ich Hühnersuppe immer vermisst. Besonders an so kalten Tagen, wie diesen.

    Doch erst einmal freue ich mich auf das Wochenende. Zwei Tage ausschlafen, welcher Luxus. Morgen allerdings ist die Nacht noch einmal um 05:45 vorbei.

    Alles Liebe